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Mit Geschlossenheit zum Erfolg – in Europa und Kolbermoor

Kolbermoor – Wenn einer gewählt wird, genießt er Respekt. Wenn er einstimmig gewählt wird, noch viel mehr. Das ist Sebastian Daxeder bei der Jahreshauptversammlung der CSU Kolbermoor gelungen.

Sebastian Daxeder hatte den Ortsverband bereits viele Jahre geführt, als ein Unfall im Herbst 2018 ihm zeigte, dass herausragendes Leistungsvermögen nicht selbstverständlich ist. Von einem auf den anderen Tag wurde das Leben durch Krankenhausaufenthalte bestimmt anstatt durch das eigene Unternehmen oder eben ehrenamtliches Engagement. 

Vollste Unterstützung für Daxeder

„Ich bin meinen Stellvertretern Waltraud Giese, Renate Huber und Andreas Duschl sehr dankbar für die großzügige Unterstützung. Jeder Einzelne sprang mir sofort zur Seite, wenn Hilfe notwendig war“, so Daxeder am Donnerstag, den 28. März bei der Jahreshauptversammlung der CSU Kolbermoor. Er habe sich gut überlegt, ob er auch in Zukunft die gewohnte Energie aufbringen können würde, um den Ortsverband der „einzig verbliebene(n) Volkspartei“, wie er betonte, in zwei entscheidende Wahlen zu führen. Die aufmunternde Unterstützung seiner Vorstandskollegen ermutigte ihn dann schließlich zur erneuten Kandidatur. 

Dass die zahlreich anwesenden Mitglieder die Meinung des Vorstands teilen, schlug sich in einem beeindruckenden Wahlergebnis nieder: Ausnahmslose Zustimmung, bei nur einer Enthaltung, zeugt von höchster Anerkennung, die Daxeder offensichtlich genießt. Bestärkt durch dieses Ergebnis, wurden auch die drei bereits erwähnten Stellvertreter ebenso im Amt bestätigt wie der Kassier Michael Kohnle, dem Vorstand wie Kassenprüfer eine hervorragende Arbeit attestierten. 

Schriftführer wurde abermals Leonhard Sedlbauer. Lediglich bei den Beisitzern gab es geringfügige Änderungen (fortan: Gerhard Duschl, Markus Egerer, Florian Eisner, Martin Elsen, Gerhard Franke, Bernhard Heinrich, Reiner Hellbach, Josef Krug, Michael Weber). Ein wichtiges Amt wurde dann aber doch noch neu besetzt: Sebastian Daxeder bedankte sich herzlich beim bisherigen Ortsgeschäftsführer Andreas Mayr für das große Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit. Der Nachfolger im Amt Michael Weber betonte, dass er „in große Fußstapfen“ trete und dass er hoffe, der in ihn gesetzten Hoffnung gerecht zu werden. 

Es soll noch mehr gebaut werden

Mit dieser „auffallend zügigen Wahl“, wie die anwesende MdB Daniela Ludwig das Prozedere abschloss, fühlt sich die CSU Kolbermoor nun gestärkt für anstehende Aufgaben. Wie sehr die größte Partei Bayerns auf allen Ebenen verwurzelt ist, zeigte sich dann auch bei den Berichten aus der Kommunal-, der Bundes- sowie der Europapolitik. 

Aus dem Stadtrat berichtete der Orts- und Fraktionsvorsitzende Sebastian Daxeder. Hier seien viele Anstöße der CSU letztlich verwirklicht worden, so zum Beispiel die Auflage zur Pflanzung heimischer Obstbäume bei Gartenanlagen von Neubauten. Daxeder bemängelte allerdings, dass den Ankündigungen und Beschlüssen im Stadtrat nicht immer auch Taten in der Verwaltung folgen würden. Deshalb habe die CSU-Fraktion auf diesbezügliche Versäumnisse hingewiesen und auf Umsetzung gedrängt. 

Bei den vielen Bauvorhaben Kolbermoors arbeite man fraktionsübergreifend sehr gut zusammen, betonte der Vorsitzende. Dennoch wolle man künftig verstärkt darauf achten, dass nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Wohngebäude entstünden. Immerhin seien für die Stadt ca. 1.500 Zuzüge in den nächsten Jahren prognostiziert. Der ohnehin schon angespannte Wohnungsmarkt sollte tunlichst entspannt werden, wo immer möglich. Darüber sei man sich einig. 

Vom „Wir schaffen das“ zum „Wie schaffen wir das?“

Nach dem Bericht aus der Kommunalpolitik sahen die Anwesenden nun gespannt der Bundespolitik entgegen, die abermals von „ihrer“ Abgeordneten Daniela Ludwig seziert wurde. Nach einigen einleitenden Sätzen zur langwierigen Regierungsbildung betonte Ludwig die mittlerweile geräuschlose Politik im Bundesinnenministerium. Von dort kämen Gesetzesvorschläge in hoher Schlagzahl, um dem berühmt gewordenen „Wir schaffen das“ der Bundeskanzlerin nun auch konkrete Maßnahmen zum „Wie schaffen wir das?“ hinzuzufügen. 

So harmonisch die Schwesterparteien der Union nun endlich wieder zusammengefunden hätten, so sehr ärgere man sich derzeit über den vorgelegten Haushaltsplan des Koalitionspartners SPD, ergänzte Ludwig. Der Finanzminister Olaf Scholz wolle die aus ihrer Sicht waghalsigsten Projekte der eigenen Genossen umsetzen, „sparen sollen wohl nur die unionsgeführten Ressorts“, so die Abgeordnete. Hier sei man noch lange nicht am Ende der Diskussion angekommen. 

Zu guter Letzt widmete sich die ehemalige stellvertretende Generalsekretärin dem brisanten Thema des Brennernordzulaufs. „Alle wollen den Wechsel von der Straße auf die Schiene, aber nicht vor der eigenen Haustür mit einem derartigen Megaprojekt“, zeigte sie Verständnis für die Anliegen der hiesigen Bevölkerung. Das Inntal sei ein schmaler Korridor, der nun mal ohnehin sehr stark frequentiert sei, so die Meinung vieler. Die Abgeordnete versprach, sich für die Interessen der Region einzusetzen. 

Dabei dient der österreichische Nachbar durchaus als Vorbild. „Dort verläuft ein Großteil der Schienen entweder unter der Erde oder im Berg. Was dort geht, muss in Bayern doch auch möglich sein“, so Ludwig. Verhindern könne man das europäische Großprojekt, das eines Tages von Dänemark bis Sizilien reichen soll, indes ohnehin nicht. Deshalb suche sie, gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, nach einer vernünftigen Lösung im Dialog mit allen Beteiligten. 

Wahljahr ganz im Zeichen Europas

Am Ende ihrer Ausführungen kündigte Ludwig den Wechsel zur Europapolitik an. In diesem besonderen Wahljahr steht Brüssel im Mittelpunkt. Aus diesem Anlass sprach heuer auch die Listenkandidatin Isabella Ritter aus Kiefersfelden zu den Anwesenden. Als Enkelin einer Wienerin, geboren in Rumänien und aufgewachsen in Oberbayern, könne sie die Vorteile Europas sehr gut nachvollziehen, berichtete Ritter. Seit Beginn ihres politischen Engagements brenne sie für dieses Thema. Deshalb werde sie stets kämpfen, um den Populisten nicht das Feld zu überlassen. 

„Es ist viel leichter, die Probleme zu benennen, als sie konstruktiv im Verbund zu lösen“, Letzteres sei aber wesentlich verantwortungsvoller, ist die 26-Jährige überzeugt. Nicht zuletzt deshalb werde sie, gemeinsam mit Angelika Niebler und der gesamten CSU, für die Wahl Manfred Webers zum neuen Kommissionspräsidenten kämpfen. Isabella Ritter ist sich sicher, dass ein Altbayer an der Spitze Brüssels „in unser aller Interesse“ sei. Zudem hielt sie ihm zugute, dass er versprochen hatte, sämtliche Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beenden, sollte er künftig das wichtigste Amt der Europäischen Union bekleiden

Am Ende der Versammlung zeigte die CSU, dass sie nicht nur Geschlossenheit demonstrieren möchte, sondern auch die Tradition nicht vergisst. Es wurden zahlreiche langjährige Mitglieder mit Urkunden aus der Hand der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig für ihre Treue zur Partei geehrt. Das fing bei 60 Jahre für Altbürgermeister Ludwig Reimeier (nicht auf dem Foto) an und endete für zehn Jahre Mitgliedschaft.

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