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Mehr Wohnungen, mehr Verkehr

ZUFAHRTSSITUATIONEN ZU KREISSTRASSE ERSCHWEREN NOCH STÄRKERE NACHVERDICHTUNG IN DER BIRKEN STRASSE

Um die Möglichkeiten der weiteren Bebauung im Bereich Birkenstraße ging es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Eine Nachverdichtung kommt – allerdings hätten die sich die CSU-Räte Daxeder und Schiffmann noch etwas stärker vorstellen können. Den anderen Stadträten war dabei aber die Zufahrtssituation (aus einer Privatstraße) ein Dorn im Auge. Denn: Mehr Wohnungen bedeuten mehr Verkehr – also mehr gefährliche Einfahrten in die Kreisstraße.

Kolbermoor – Bereits im Februar hatte der Bauausschuss den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Birkenstraße gefasst; das Architekturbüro Labonte aus Rosenheim plante. Die Verwaltung schrieb Behörden und möglicherweise von der Planung Betroffene an – deren Stellungnahmen wurden jetzt besprochen.

So hatte eine Kolbermoorer Architektin, deren elterliches Grundstück von der Planung betroffen ist, Vorschläge zur Grundflächenzahl und auch zur Gebäudehöhe gemacht, um eine etwas höhere Bebauung mit besserer Wohnqualität erzielen zu können. Damit könnte auch ein besserer Einklang zu der gegenüberliegenden Bebauung, den Mehrfamilienhäusern an der Aiblinger Straße, geschaffen werden. Der Argumentation konnte sich die Verwaltung anschließen: allerdings mit der Einschränkung, dass im nördlichen Bereich des Bebauungsplanes ein Haus maximal drei Wohneinheiten beinhalten solle. „Die Grundstücke sind dort so groß; da brauchen wir doch nicht auf drei Einheiten beschränken,“ meinte Sebastian Daxeder. Er und auch Markus Schiffmann betonten, dass man lieber diese Baufenster nutzen und stärker nachverdichten solle, als auf der „grünen Wiese“ zu planen. Doch Josef Schrank von der Bauverwaltung führte an, dass man ohnehin viel Bebauung zugestehe, und mehr Wohnungen eben mehr Verkehr brächten. Dieser Meinungen waren dann auch Dagmar Levin, Sigrid Kumberger, Caroline Schwägerl, Kerim Bacak und ebenso Dieter Kannengießer, der als Zweiter Bürgermeister die Sitzung leitete.

Sebastian Daxeder brachte auch noch einmal die von ihm favorisierte Zufahrt von Norden her ins Gespräch. Doch damit würde zuviel Verkehr ins Wohngebiet gezogen, argumentierten die anderen. Daxeder aber sah an den Zufahrten von der Kreisstraße her ein Problem mit dem Sichtschutz: So stellt sich das Landratsamt (Kreistiefbauverwaltung) Sichtdreiecke von mindestens drei mal 70 Meter vor, in denen nichts höher als 80 Zentimeter sein dürfe. Dem steht allerdings die tatsächlich existierende Bepflanzung und Bebauung entgegen, die sich wohl auf Bestandsschutz berufen kann…

Die Kreistiefbauverwaltung hat zudem angeregt, für den Geh- und Radweg, der an der Kreisstraße verläuft, ein Sichtdreieck von drei mal 30 Metern in den Plan einzuzeichnen. Wichtig war dem Amt auch, dass die Kreisstraße durch die Baumaßnahmen nicht zusätzlich Niederschlagswasser abbekommt. Vorsorglich betont wurde, dass der Landkreis Kosten für Lärmschutzmaßnahmen entlang der Kreisstraße nicht übernehmen wird.

Zum Thema Bäume hatte auch die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim eine Anregung: „Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass der erhaltenswerte Baumbestand im Wesentlichen aufgenommen und als zu erhalten festgesetzt wurde.“ Gegebenenfalls erforderliche Rodungsarbeiten seien in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28. Februar durchzuführen. „Soweit nicht ausgeschlossen werden kann, dass seltene Tierarten im Baum vertreten sind“ – wurde auf Anregung von Sebastian Daxeder dazu ergänzt.

Auch ein Nachbar vom Föhrenweg hatte sich gemeldet. Er betonte, dass vor der Einmündung des Eschenwegs in die Birkenstraße die Straße nur 4,99 Meter breit sei. Er plädierte für eine Verbreiterung auf 5,99 Meter. Selbst bei der Einmündung in die Aiblinger Straße sei nach derzeitigem Grenzverlauf eine Straßenbreite von nur 5,05 Metern vorhanden; besser wären 6,05 Meter. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen verbreitere sich die Straße dagegen zu ihrem Ende hin. Dazu hatte die Bauverwaltung festgestellt, dass es grundsätzlich das Ziel sei, die Birkenstraße auf sechs Meter zu verbreitern. Hierzu sei es erforderlich, dass westlich und östlich der Birkenstraße ein rund 50 Zentimeter breiter Streifen bei einer eventuell späteren Bebauung an die Stadt abzutreten sei.

Anlieger aus der Birkenstraße hatten zudem unter anderem vorgebracht, dass ein früherer Nachbar sein Grundstück fast um einen halben Meter aufgeschüttet habe. Das sei zwar geduldet worden, aber wenn jetzt gebaut würde, bedeute dies einen Nachteil bezüglich der Belichtung. Sie möchten, dass festgesetzt wird, dass bei einer Bebauung von dem „ursprünglichen Geländeniveau“ ausgegangen wird. Das könne man etwa am Kanaldeckel als Bezugspunkt festsetzen, meinte Dagmar Levin.

Festgelegt wurde schließlich, dass die Änderungen wie besprochen in den Bebauungsplan Birkenstraße eingearbeitet werden. Dann geht es wieder weiter mit der öffentlichen Auslegung und der Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange.

Weitere Informationen siehe OVB-Online.

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